„Ich fand das Glossar sehr amüsant. Es ist schon sehr anspruchsvoll.“

Ulm, den 2. Dezember 2009

Eröffnungsrede Buchpräsentation
„Chubbs lange Reisen ins Licht – Ein Gott ist genug“.
Buchladen Eichhorn, Herrenkellergasse 10 in Ulm
Verlag proyect wogama, ISBN 978-3-940584-03-8, Preis 14,80 €

im Rahmen einer Doppel-Lesung mit dem Buch „Mein Gott, was tust du“ von Gabriele Dengler und Wolfgang Knapp (www.proyect-wogama-ltd.de)

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich, dass so viele (nachträgliche Anmerkung: 16 Personen) den Weg hierher in den Buchladen Eichhorn gefunden haben, um unserer Doppel-Lesung beizuwohnen. Ich werde mit meinem neuen Buch beginnen. Im Anschluss daran lesen Gabriele Dengler und Wolfgang Knapp, die übrigens zwei Drittel des herausgebenden Verlages wogama repräsentieren. Nach insgesamt etwa einer Stunde Lesung finden wir noch reichlich Zeit zum Austausch und zur Diskussion - so Sie mögen.
Nachlesen können Sie meine Worte im Internet, die Adresse finden Sie auf den kleinen Kärtchen.

Am Anfang steht der Dank:

Mein Dank geht an einige Leute, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass Sie dieses wunderschöne Titelbild mit 203 Seiten Text dahinter nun genießen können.
Ich danke Michael Frank von Fresko – Werkstatt für Werbung in Lonsee für die reprotechnische und organisatorische Begleitung sowie der Druckerei Honold in Langenau, die beweist, dass Druckwerke auch ohne lange LKW-Transporte in der Region erstellt werden können.
Ich danke Gabriele Dengler vom Verlag wogama für das Lektorat in biblischen Dingen, Wolfgang Knapp von wogama für die logistische Unterstützung bei der Buchproduktion und Matthias Döring von wogama für die konstruktive Kritik nach dem „Vorlesen“.

Ein spezieller Dank geht an Petra Heske, für das sehr kritische „Kopfwaschen“ und viele Anregungen.

Dank noch an einige andere „Vorleser“ und „Vorleserinnen“, darunter auch Manfred Eichhorn, der uns heute mit Monika hier beherbergt und der in seinem neuen Buch „Aufgewachsen in Ulm“ den schönen Schlusssatz formulierte:
„Wir sind erwachsen geworden. Nur die Welt noch nicht.“
Zu diesem Satz ein aktueller Bezug - die Volksabstimmung in der Schweiz: „Minarett“ bedeutet auf arabisch „Ort des Lichts“ – das sagt eigentlich genug...

Insgesamt hatten zehn Personen als „Vorleser“ Chubb in unterschiedlichen Manuskriptversionen erhalten. Dabei ergab sich eine vielsagende Schichtung:
Zwei haben es nicht gelesen.
Zwei haben es gelesen und fanden es „oberflächlich“ – evangelische Diakone übrigens.
Sechs haben es gelesen und fanden es „kritisch“, „lesenswert“, „witzig“, „sehr intim“, „anregend“, „kurzweilig“ oder „veröffentlichenswert“. Vier der sechs waren übrigens Frauen.

Wenn ich nun diese Quoten als repräsentativ auf die Gesamtbevölkerung von rund 80 Millionen in Deutschland übertrage, könnten also von „Chubbs langen Reisen ins Licht“ rund 48 Millionen Bücher an begeisterte Leser und Leserinnen verkauft werden. Weitere 16 Millionen Menschen würden es kaufen, aber langweilig finden, weil sie es besser wissen, und nur 16 Millionen Deutschlandbewohner würden es nicht lesen.
Das empfinde ich als gute Perspektive. Die erste Auflage beträgt nur 500 Stück, halten Sie sich also ran…

Lassen Sie mich ein wenig aus dem aus der Mode gekommenen Nähkästchen plaudern:

Ein Buch zu veröffentlichen, ist irgendwie wie eine Geburt:
Was im Kopf abläuft, ist sehr fruchtbar. Plötzlich erschrickt der Autor, weil er feststellt, dass sich da etwas eingenistet hat. Zwei Monate lang ist noch nichts zu sehen…Dann wird der Stapel mit Manuskriptseiten dicker und dicker.

Neun Monate ging ich mit der Idee von „Chubbs langen Reisen“ schwanger, sieben Monate davon trug ich ihn schreiberisch aus und hatte dabei alle Zweifel, ob „ES“ etwas taugt. Wenn Sie das Buch lesen, die dritte Version der Menschheitsgeschichte ab Seite 143, werden Sie verstehen, was ich mit „ES“ meine…

Doch zurück zur Geburt: Kurz bevor ein Buch das Licht der Welt erblickt, wird es oft hektisch: Wird der vorausberechnete Termin eingehalten? Hat das Kinderzimmer, sprich der Einband, auch einen Wohlfühlfaktor? Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Bei Chubb habe ich mich für ein maskulines Wesen entschieden. Wie Sie wiederum der Version 3 entnehmen können, ist unser aller Stammvater in der Evolution ein ziemlich phlegmatisches Wesen, das eher unwillig Nachwuchs zeugt. Weil es ihm zu anstrengend ist…

Hier endet nun FAST die Parallele zu einer menschlichen Geburt: Doch nur fast. Denn wie bei einem Baby hofft der Autor, der geistige Vater, natürlich, dass das Buch frei von Geburtsfehlern ist, es sich anständig entwickelt und wächst und gedeiht, auch wenn das später mit vielen Diskussionen verbunden sein sollte.
Schließlich hat man eine Botschaft, die unters kritisch lesende Volk gebracht werden soll... Auch an seine Kinder gibt man ja gerne seine Erfahrungen weiter!

Lassen Sie mich einige sehr konkrete und einige sehr metaphysische Aussagen rings um „Chubbs lange Reisen ins Licht“ loswerden:

Mich hat, als alten Grübler, einfach mal interessiert, wie das alles angefangen haben könnte: Puff, gab es einen Urknall. Dann ist vor ein paar Millionen Jährchen der Mensch entstanden. So als GrunzGrunz-Wesen, kurz drauf runter von den Bäumen, Werkzeuge entdeckt, das Rad und die Atombombe erfunden.

Durch Überbevölkerung, Bildungsmangel sowie Defiziten im Glauben an sich, Gott und die Welt und nach einer ökologischen Katastrophe katapultiert sich der Homo Sapiens bald wieder zurück ins Jenseits.

Und das soll dann alles gewesen sein?
Ein hoffnungsloser Fall?

Daraus ist ein Buch entstanden, das Sie ganz EINFACH lesen können: Wie ich hoffe, mit Humor, mit vielen witzigen Ideen, manchmal etwas zynisch – wobei der Zynismus unserer Bankmanager und Politiker kaum noch zu überbieten ist – und Sie haben ein paar schöne Stunden dabei.
Danach könnten Sie das Gefühl haben, es kann eigentlich nichts schief gehen…

Sie können „Chubbs lange Reisen ins Licht“ jedoch auch mit dem Tiefsinn lesen, mit dem sie geschrieben sind. Sie können über die Wortwahl nachdenken und eben nach dem tieferen Sinn suchen: Alles hat bekanntlich einen tieferen Sinn und Zufälle gibt es nicht.
Auch in einem Buch?

Gestatten Sie mir deshalb einige Erläuterungen zu den hintergründigen Gedanken über das Titelbild, das auf dem Plakat eingebettet ist in ein abgeerntetes Getreidefeld.

Sie können es einfach angucken und schön finden. Punkt.

Sie können sich aber auch wie erwähnt Gedanken drüber machen.

Auf den ersten Blick sehen Sie nämlich nur vier Fotos und eine Weggabelung, eine KREUZung.

Oben links sind drei dicke Brombeeren im Vordergrund und eine halbe, halbfertige im Hintergrund. Sie liegen nicht falsch, wenn Sie an die Dreifaltigkeit denken und an die halbfertige Menschheit. Meiner Einschätzung nach ist die Menschheit im Begriff, sich ganz fertig zu machen. Viele von uns sind doch schon jeden Abend ziemlich fertig!

Rechts oben sehen Sie eine Wolke. Wenn Sie mit Ihren Kindern im Donaubad auf der Wiese liegen, können Sie ein kurzweiliges Spiel spielen: „Wolkenbilder sehen“. Mein Foto zeigt ein Fabelwesen, eine Tierfigur wie Fuchs oder Wolf oder auch ein humanoides Wesen. „Aus den Wolken werden sie kommen“ heißt es in der Bibel.
Wer oder was? Die Engel? Die Außerirdischen? Die guten Ideen und Lösungen, die bekanntlich nicht vom Himmel fallen?

Links unten ruht etwas sehr Mystisches mit Bezug zur Ewigkeit: Die Muscheln symbolisieren auch den Strand rings um das Element Wasser, aus dem laut der Evolution vor etwa 400 Millionen Jahren das Leben aus dem Meer kroch und in Form der Lungenfische den Vorgänger der Wirbeltiere bildete. Das ist auch die erste Station von Chubb. Somit ist die phallische Form kein Zufall, sondern erinnert an die Fruchtbarkeit unserer Meere, die zu einem Gutteil bereits leer gefischt sind. Weil die Wellen unendlich sind, werde ich Ihnen nachher nicht aus der Hand, sondern aus „Wellen“ lesen“...

Unten rechts sehen Sie das Feuer, aus dem ich Ihnen später ebenfalls noch eine Kostprobe bieten möchte: Auch hier auf den ersten Blick eine stimmungsvolle Feuerszene im Kaminofen. Wer mag, kann zwei Eulen entdecken – die Symbole für Weisheit. Die Luftlöcher bilden ein Fabelwesen. Für Manche ist Gott ja das Universum, das Licht, das ewige Feuer.
Oder Sie erkennen in dem Feuerbild ganz oben eine verschleierte Frau mit Sehschlitzen und unten einem Holzbalken vor dem Mund, als Zeichen der Zensur. Das hat dann mit Bildung zu tun, dieses Kapitel lese ich Ihnen aber nicht VOR. Das lesen Sie bitte NACH…

Uff, werden Sie jetzt denken, wie viel aus „Absurdistan“ kann man eigentlich in ein Titelbild hineininterpretieren? Denken Sie bloß nicht, das wäre schon alles. Wer mich näher kennt, weiß, dass ich meist noch was zum Nachlegen habe:

Violett ist einfach eine schöne Farbe.

Doch das violette Kreuz ist noch viel bedeutungsschwangerer, als Sie auf Anhieb ahnen:
Violett ist seit alters her bei uns die Farbe des Klerikalen. Das Kreuz ist das Kreuz und im christlichen Glauben hinlänglich als solches erklärt. Das Kreuz ist aber auch eine Form mit VIER Enden: Drei davon sind Vater, Sohn und Heiligem Geist vorbehalten, daran hängt Jesus Christus. Was ist das vierte? Die unfertige Brombeere als Menschheit? Die vier Himmelsrichtungen?

Ein Kreuz ist aber auch eine KREUZung. Wie oft heißt es, wir müssten uns entscheiden.
Sind alle unsere Wege vorbestimmt oder haben wir die Möglichkeit, nach rechts oder nach links abzudrehen oder haben wir die Kraft dazu, den geraden Weg zu gehen?

Das Getreidefeld auf dem Werbeplakat soll naheliegender Weise den Blickwinkel auf das „täglich Brot“ richten, das mehr als einer Milliarde Menschen weltweit fehlt.
Das Plakat oder den Buchtitel können Sie übrigens mit oder ohne Text bei mir als Poster bekommen, Lieferzeit einige Tage, es gab schon solche Anfragen.

So, mit Blick auf die Uhr werde ich Ihnen den Rest des Buches etwas komprimierter vorstellen, obwohl im Text ähnlich viel Hirnschmalz steckt, wie im Titelbild. Aber keine Angst, es ist allgemeinverständlich geschrieben.
Manche Kapitel werden Ihnen runtergehen wie ein süffiges Bierchen. Aber auch beim Biertrinken müssen Sie hin und wieder mal schlucken…

Wie ich auf die Idee kam, man könne möglicherweise mehrmals geboren werden, lesen Sie im „Intro“ – durchaus ja eine übliche Redewendung am Stammtisch: „Das mache ich dann, wenn ich das nächste Mal auf die Welt komme.“ Schöne Grüße von Buddha an der Wand hinter mir…

Wie ich auf den Phantasienamen Chubb kam, lesen Sie unter „C“ auf Seite 37.

Warum der Untertitel lautet „Ein Gott ist genug“ lesen Sie im ganzen Buch. Kurz gesagt: Es ist ganz schön Gaga, wenn wir Menschen alle die gleichen Ziele verfolgen, uns aber im Namen von Jahwe, dem Vater, Allah oder sonst wem die Schädel einschlagen. Eine Ausnahme macht da nur Jesus Christus, Sie wissen ja, Schwerter zu Pflugscharen und so…

Schlussendlich: Von den derzeit rund 6,7 Milliarden Menschen auf dem Erdball gehören rund 5,2 Milliarden offiziell als Gläubige den fünf großen Weltreligionen an. Vermutlich also noch mehr.
Viele davon suchen ihr Heil in Ehrlichkeit, Erleuchtung, Gerechtigkeit, Licht oder sonst was aus diesen übergeordneten Kategorien.

Wie Sie schon bemerkt haben beinhaltet dieser längste Artikel meines bisherigen Lebens sehr verschiedene Komponenten: Ein Intro, ein Vor-Vorwort, ein Vorwort – was Sie gleich hören werden - ein umfangreiches, teils rotzfreches Glossar, vier Versionen einer Vision und sogar noch mehr:

Weil ich seit knapp zehn Jahren in der Lokalen Agenda Ulm 21 mitwirke, haben wir noch „107 Tipps für Nachhaltigkeit im Alltag“ reingepackt. Immer wieder wurden Petra Schmitz vom Agenda-Büro und ich und andere gefragt, was man denn konkret im Alltag für Nachhaltigkeit tun könne. Nun werden Sie fragen, weshalb ausgerechnet 107? Auch hier greift wieder die Bedeutungsschwangerschaft, die ich Ihnen am Titelbild deutlich gemacht habe.

Und noch etwas: Ab Seite 130 finden Sie eine Aufklärungsgeschichte für Kinder. Wie kam das denn?
Ganz einfach: Ich habe mal eine – bislang unveröffentlichte – Geschichte für Kinder geschrieben, die sich anbot: Weil es so schön passte, mit dem großen Schlauchreifen Universum, den Seelchen, den Sternchen, auf denen auch der kleine Prinz wohnt, und dem Kinderkriegen, habe ich die auch noch ins Buch gesteckt…

Wie Sie sehen, bekommen Sie zum lächerlichen Preis von 14.80 € nicht nur rund 13,7 Milliarden Jahre Universum, sondern auch noch die universelle Menschheitsgeschichte, Perspektiven und Visionen, praktische Tipps und Sexualerziehung sowie Literaturhinweise.

Gestatten Sie mir als Resümee Folgendes, sehr Persönliches zu sagen: Ich bin voller Optimismus, dass die Menschheit Kriege, Seuchen, Gewalt gegen Frauen, Überbevölkerung, Armut, Hunger und die ökologische Krise überleben wird.
Es ist nur die Frage, um welchen Preis…
Wenn Ihnen der zu hoch wird, oder wenn Ihnen die Politik mittlerweile „zu hoch“ ist, engagieren Sie sich! Melden Sie sich zu Wort. Anleitungen dafür finden Sie in „Chubbs lange Reisen ins Licht“ und teilen Sie mir bitte persönlich, telefonisch oder schriftlich für die Internetseite schonungslos und offen mit, wie Sie das Buch finden.
Ich wünsche mir nämlich eine heftige Diskussion. Darüber, wie wir aus dem „Teufelskreislauf“ ausbrechen können: Der besteht aus individueller Überlastung und daraus resultierend Defiziten im politischen Engagement und Staatsverdrossenheit, Demokratieverdrossenheit. Ich fordere mehr Offenheit, mehr Transparenz, mehr klare Aussagen. Statt „wir sind dafür, dass wir dagegen sind, dafür zu sein“, wie wir es von Politikern kennen, reicht ein klares „Nein“. Und noch eine Aufforderung: Auch die Kirchen müssen wieder mehr die Menschen ansprechen – wie die Ketzer, die mit ihrem frommen Glauben die Inquisition auslösten.

Und wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist, lesen Sie einfach unter „G“ auf Seite 55, die kurze „Geschichte von Gott“ von Hermann van Veen: Die erweitert den Horizont. Unendlich.

Ich werde Ihnen nun noch aus dem Buch etwas vorlesen, damit Sie „reinschnuppern können“.
Im Anschluss an meine Kostproben werden Ihnen, wie eingangs angekündigt, Gabriele Dengler und Wolfgang Knapp ihr ebenfalls noch druckfrisches Buch „Mein Gott, was tust du“ vorstellen. Falls Sie anschließend Interesse an einem der Bücher haben oder eine Widmung drin haben möchten, finden Sie dazu also Gelegenheit nach der zweiten Lesung.

Vor-Vorwort
Vorwort
Glossar: Feuer
Politik 1
Wellen

Wenn Sie mein Buch lesen sollten, noch eine weitere Anregung zum Ende – des Buches: Denken Sie bei der Lektüre des „Ausklangs“ bitte nicht nur an gläubige Betende, die sich in den Staub werfen oder vor dem Kreuz verbeugen. Stellen Sie sich ganz banal Eltern vor, die sich vor ihren Babys bücken. Oder Altenpfleger, die vor Patienten knien, um ihnen die Füße zu massieren. Oder aber Hausbesitzer, die sich „verbeugen“, um den Dreck anderer auf der Straße aufzukehren – und sich dabei bewegen…

Nun aber sind Gabi und Wolfgang mit IHREM Buch dran!